Poetry Slam-Online-Workshop mit Meike Harms

Am 18.3. versammelten sich 14 Menschen vor ihren kleinen und großen Bildschirmen, um gemeinsam zu schreiben und ihre Texte zu teilen. Als Workshopleiterin erspähte ich einige bekannte Gesichter, mit denen ich schon für die Wochen gegen Rassismus, aber auch in anderen poetischen Kontexten gearbeitet hatte. Die Stimmung war von Beginn an ausgelassen und offen. Alle hatten Lust auf Poesie und Austausch. Schon in der Vorstellungsrunde offenbarten sich die außergewöhnlichen, wenn auch frei erfundenen Hobbys der Teilnehmer*innen - von Faultierweitwurf über Kirschkernklettern bis LKW sprengen für Actionfilme. Kurz wurden die Regeln des Formats Poetry Slam geklärt, da die meisten ohnehin schon im Bilde waren. Im Zentrum stand dann das geschriebene und gesprochene Wort als freier Ausdruck.

In der ersten Übung wurden Begriffe frei erfunden und im Stile eines Lexikonartikels definiert. Was ist ein Frapsnackel? Bin ich premös oder eher plaudesk? Wo liegt eigentlich Stonksbrüttel und wofür ist es bekannt?

Etwas mehr Zeit konnten sie sich für einen Text nehmen, der mit folgendem Satz begann: „Warum ich keinen Text über Corona schreibe ...“ Die Ergebnisse waren politisch, nachdenklich, laut und bissig, märchenhaft oder urkomisch. Jede/r fand einen ganz eigenen Weg, den ersten Satz als Impuls zu nutzen. 

Am Ende fiel es allen schwer, sich zu lösen. In Zeiten sozialer Distanz wird der kreative Austausch, selbst im digitalen Raum, zu einer Nähe, die einfach fehlt und erfüllt.

Davon abgesehen ist es ein großes Geschenk, mit solchen Schreibtalenten arbeiten zu dürfen.

Ich freue mich sehr auf den nächsten Workshop!

 

Soviel von meiner Seite :)

 

 

 

Meike Harms

Bühnenpoetin und Poesiepädagogin